250.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit
Grüne Damen und Herren seit 50 Jahren im Evangelischen Krankenhaus Witten
– Hochgerechnet 250.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit – diese beachtliche Leistung haben die Grünen Damen und Herren in ihrer 50-jährigen Tätigkeit im Evangelischen Krankenhaus Witten (EvK) erbracht. „Für Ihren Einsatz können wir uns gar nicht oft genug bedanken, Ihr ehrenamtlicher Dienst hat einen hohen Stellenwert hier im Haus“, sagte Dennis Klaebe, Klinikmanager des EvK Witten.

Am vergangenen Freitag beging der Besuchsdienst des Hauses, dessen Markenzeichen grüne Kittel sind, sein 50. Jubiläum. Wie angesehen die Ehrenamtlichen in Witten sind, zeigte sich an der großen Gästeschar. Zu der zählten neben Olaf Walter als Konzerngeschäftsführer des EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr), zu dem das EvK Witten gehört, auch Chefärzte, Stationsleitungen, Pflegekräfte, Vertreter der Mitarbeitervertretung sowie ehemalige Mitarbeitende. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten war auch Elke Grothe-Kühn, Bundesvorsitzende der Grünen Damen und Herren (Evangelische Kranken- und Altenhilfe e.V.), ebenso wie ihre Kollegin Annette Bogler, eKH-Landesbeauftragte Westfalen, nach Witten gereist. Beide überreichten Dieter Schidt als Sprecher des Wittener Besuchsdienstes eine Urkunde zum goldenen Jubiläum sowie ein Präsent.
Dem Leben eine Handschrift geben
An den Festgottesdienst in der Krankenhauskapelle, den Superintendentin Julia Hotz und Krankenhauspfarrer Stephan Happel unter das Motto „Dem Leben eine Handschrift geben“ gestellt hatten, schloss sich ein kleiner Festakt an. Dieses Motto griff Elke Grothe-Kühn in ihrem Festvortrag auf: „Sie zeigen, wie viel Gutes entstehen kann, wenn Menschen sich entschließen, dem Leben eine Handschrift zu geben.“ Die Grünen Damen und Herren schreiben nicht mit Tinte, sondern mit Zeit. Sie nutzen nicht die Feder, sondern das Ohr. „Ihre Handschrift ist Zuwendung.“
Superintendentin Julia Holtz dankte den Ehrenamtlichen dafür, dass sie weit mehr als ihren Dienst schenken: nämlich Aufmerksamkeit, Würde und Menschlichkeit. „Dadurch ist das Krankenhaus nicht nur ein Ort der Medizin, sondern auch einer der Begegnung.“

Frank Obenlüneschloß, Theologischer Direktor des EvK, zollte den Ehrenamtlichen in seinem Grußwort großen Respekt für ihren Einsatz – und ihren Mut. „Sie werden sicher so manches Mal vor einer Tür gestanden haben, ohne zu wissen, was sie erwartet.“ Mit den feinen Antennen, die die Ehrenamtlichen über die Jahre entwickelt hätten, sei es ihnen so manches Mal durch geduldiges Zuhören gelungen, hinter die Fassade zu blicken. „Aktiv zuhören zu können, ist eine große Leistung.“
Die Kunst des Zuhörens beschrieb auch Dieter Schidt. „Wenn wir unseren Dienst antreten, beginnt für uns die Phase, in der wir uns bewusst Zeit nehmen und uns ganz dem Gespräch mit dem Patienten widmen – dabei ist es unerheblich, ob es fünf Minuten dauert oder eine halbe Stunde“, betonte der Sprecher der Grünen Damen und Herren, der wie seine Kolleginnen und Kollegen immer wieder bemerkt, wie dankbar die Kranken dafür sind.
Beim anschließenden Empfang im Seminarzentrum gab es bei Kaffee und Kuchen reichlich Gelegenheit, sich über das Erlebte der vergangenen fünf Jahrzehnte auszutauschen.