„Die Kirche ist dort, wo sie gebraucht wird“
Auf der Sommersynode des Kirchenkreises zog Superintendentin Julia Holtz ein positives Fazit des zurückliegenden Jahres
– Große Projekte, große Herausforderungen, großartige Arbeit: Das Jahr 2025 hatte von allem etwas. „Die Vesperkirche, in Hattingen 2025 zum ersten Mal im Ruhrgebiet durchgeführt, war ein starkes diakonisches Zeichen in die Gesellschaft hinein und wurde auch von Menschen, die der Kirche distanziert gegenüberstehen, als Ausdruck der Nächstenliebe wahrgenommen“, so die Superintendentin in ihrem Rückblick. „Liebesbande – einfach heiraten – war ein riesiger Erfolg. Elf Trauungen und 27 Paare, die sich segnen ließen“, freute sich die leitende Seelsorgerin im Gemeindehaus in Sprockhövel.
Aber auch die weniger sichtbaren, großen Projekte flossen in den Rückblick ein:
Aus 17 Gemeinden im Kirchenkreis wurden zum 1.1.2026 neun, weil sich mehrere mit viel Arbeit zu größeren Einheiten zusammenschlossen. Die Kitas wechseln vom Kindergartenverbund unter das größere Dach der Diakonie Mark-Ruhr. In der Ökumene wurden neue Wege beschritten. Vakanzen in einzelnen Gemeinden wurden überbrückt. Bei alldem stellte Julia Holtz das große Engagement der Ehrenamtlichen in den Vordergrund: „Ich habe Hochachtung vor Ihnen!“
Holtz rief dazu auf, „alles Kreative zu fördern, um Menschen für uns zu gewinnen“. Kirche sei immer dort besonders präsent, wo es um Notfälle und Lebenskrisen geht, also in der Krankenhaus- und Notfall-Seelsorge, in der Zusammenarbeit mit „Traurig Mutig Stark – Verein für Trauerarbeit“ und etlichen anderen Aktivitäten. „Hier öffnen wir immer wieder neue Räume“, so Holtz. „All das zeigt, dass die Kirche dort ist, wo sie gebraucht wird.“

Weitere Fusionen
2025 war also ein Jahr des Übergangs, und so geht es auch weiter: Zum Jahr 2027 werden sich die Martin-Luther- und die Johannis-Kirchengemeinden in Witten zusammenschließen. Auch auf Kirchenkreisebene wird schon länger geprüft, welche Prozesse möglich und nötig wären, um sich mit dem Kirchenkreis Hagen und – wenn gewünscht – mit Schwelm zu einem großen Kirchenkreis zu vereinen.
In seinem Beitrag zum Stand der Überlegungen wies Pfarrer Tim Winkel allerdings darauf hin, dass ein aus dem jetzigen Gestaltungsraum bestehender „großer Kirchenkreis“ aus Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm laut Prognosen bereits in 15 Jahren nur noch so viele Mitglieder haben wird wie der Kirchenkreis Hagen mit seinen aktuell ca. 55.000 Mitgliedern. Mehrere Teilnehmende der Sommersynode forderten vor diesem Hintergrund dazu auf, bei den Vorbereitungen einer Vereinigung Tempo zu machen. Von einer Fusion versprechen sich Befürworterinnen und Befürworter des Prozesses eine bessere Effektivität in der Arbeit aller Stellen.
Nachfolge von Julia Holtz
Ob und wann eine solche Fusion ansteht, entscheidet auch über ein anderes Thema: Wie wird die Nachfolge von Superintendentin Holtz geregelt, wenn sie Mitte des kommenden Jahres in den Ruhestand geht? Wird es eine direkte Nachfolge geben, oder werden die Aufgaben der Superintendentin des Kirchenkreises Hattingen-Witten mit seinen 51.000 Mitgliedern auf mehrere Schultern verteilt? Auch wegen dieser Fragen ist Eile geboten, wenn über die Zukunft der drei Kirchenkreise im Gestaltungsraum IV verhandelt wird.
Zum Wechsel der Kindergärten zur Diakonie Mark-Ruhr referierte der Hagener Superintendent Henning Waskönig noch einmal die bereits getanen Schritte und gab einen Ausblick auf die nächsten Monate, wenn der „Umzug“, der keiner ist, vollzogen wird. Superintendentin Holtz zeigte sich guter Dinge, dass die gewohnte Nähe zwischen Kirchengemeinden und Kitas vor Ort von der Veränderung in der Verwaltung nicht betroffen sein werde.
Mit einem vielstimmigen „Komm und segne uns“ schloss die Synode nach fünf Stunden. Der Termin für die Herbstsynode steht bereits fest: Sie findet am 7. November statt.
(hmj)





