Einer trage des anderen Last
Blaulicht-Gottesdienst würdigt Einsatz für Menschen in akuten Krisensituationen
– Nach einem ereignisreichen Tag der Blaulicht-Familie im Ennepe-Ruhr-Kreis fand am Abend ein Gottesdienst in Wetter statt. Zuvor hatte die Blaulicht-Meile in Gevelsberg viele Menschen angezogen. Feuerwehr, THW, DLRG, Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Notfallseelsorge und die Kreispolizei präsentierten ihre Fahrzeuge und demonstrierten ihr Können. Bei einer Blaulicht-Rallye konnten Jung und Alt ihr Wissen und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und attraktive Preise gewinnen.
Die Veranstaltung war eingebunden in den Erlebnishandel Gevelsberg mit verkaufsoffenem Sonntag, großer Büchermeile, Autoausstellungen und Straßenmusik und lockte trotz des schlechten Wetters zahlreiche Gäste in die Innenstadt.

Den geistlichen Abschluss des Tages bildete der Blaulicht-Gottesdienst in der Lutherkirche in Wetter. Gestaltet wurde er von Ingo Janzen, Bezirkspfarrer für Notfallseelsorge, und Diakon Ernst Alexander Biedermann, leitender Notfallseelsorger für den Ennepe-Ruhr-Kreis bzw. die Kirchenkreise Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm. Mitgewirkt hat außerdem Melanie Muth, die als katholische Vertreterin gemeinsam mit Diakon Biedermann die Notfallseelsorge im Ennepe-Ruhr-Kreis ehrenamtlich koordiniert und so für deren ökumenische Ausrichtung steht.
In ihrer Predigt nahm Superintendentin Julia Holtz die eigene Erfahrung als Notfallseelsorgerin in den Blick. Sie schilderte, dass ein Notruf gefühlt immer im falschen Augenblick komme. Dennoch bleibe nach einem Einsatz häufig das Gefühl zurück, etwas wirklich Sinnvolles getan zu haben. Andere vermeintlich dringende Angelegenheiten rückten dann in den Hintergrund. Darin, so Holtz, erfülle sich der Auftrag Jesu: „Einer trage des anderen Last“ (Galater 6,2).
Ein besonderer Moment des Gottesdienstes war die Beauftragung von vier neuen Notfallseelsorgerinnen, die für ihren Dienst gesegnet und offiziell in ihre verantwortungsvolle Aufgabe eingeführt wurden.
Für die musikalische Gestaltung sorgte Sven Bergmann, Pop-Kantor des Kirchenkreises Hagen. Seine moderne Kirchenmusik trug zur besonderen Atmosphäre des gut besuchten Gottesdienstes bei.
So verband der Blaulicht-Sonntag auf eindrucksvolle Weise die öffentliche Präsentation der Hilfsorganisationen mit Dank, Besinnung und geistlicher Stärkung für all jene, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Menschen in akuten Krisen einsetzen.
(Julia Holtz)


