„Mein pastorales Herz schlägt für die Seelsorge“
Nach 25 Jahren in Wittener Seniorenheimen wechselt Pfarrer Christian Holtz in die Krankenhausseelsorge in Bochum
– „Es fällt mir schwer, die wichtige Arbeit in den Seniorenheimen jetzt loszulassen,“ sagt der 62-Jährige über seinen Abschied nach einem Vierteljahrhundert in den Feierabendhäusern und der Boecker-Stiftung. „Das Arbeitsfeld liegt mir weiter sehr am Herzen, ist mir lieb und wichtig, aber Ich habe mich entschieden in den letzten Jahren meiner Berufstätigkeit noch einmal einen anderen Schwerpunkt zu setzen. Holtz, der 2001 von einer Pfarrstelle im sauerländischen Olpe nach Witten wechselte, hatte bereits vor zehn Jahren die Möglichkeit, im Evangelischen Krankenhaus (EvK) Witten ein halbes Jahr Erfahrungen in der Seelsorge mit Patienten und Angehörigen zu sammeln. Als im vergangenen Jahr eine einjährige Vertretung für Pfarrer Nelles am EvK Hattingen gesucht wurde, war Holtz – noch einmal frisch in Krankenhaus-Seelsorge fortgebildet – zur Stelle.

(Foto: Svenja Neuhaus)
„Das war eine gute und intensive Zeit und mit dem katholischen Kollegen Ansgar Wenner-Schlüter eine wunderbare Zusammenarbeit“, erzählt der Pfarrer. „Und am Ende stand die Frage: Was mache ich jetzt?“ Zurück in die alten Bezüge oder noch einmal etwas Neues wagen?
Neues wagen
Die Antwort kam aus Bochum, wo zwei langjährige evangelische Krankenhausseelsorgerinnen aus dem Dienst in der Augusta-Stiftung im Sommer ausgeschieden sind. So wird Holtz in Zukunft jeweils zur Hälfte im Augusta– und im Knappschaftskrankenhaus Langendreer Dienst tun. So schwer der Abschied ihm auch fällt, so sehr freut Holtz sich auch auf das, was vor ihm liegt. „Im Krankenhaus ist es ein sehr konzentriertes, ganz auf die Seelsorge ausgerichtetes Arbeiten. Da kommt viel von dem vor, weshalb ich den Beruf des Pfarrers ergriffen habe: Menschen auch und gerade in Krisensituationen Zeit zu schenken, für sie da zu sein. Zuhören.“ In Hattingen hat er die Erfahrung gemacht, dass „das erste Gespräch eher distanziert ist. Das zweite läuft dann oft ganz anders, weil die Menschen merken, dass man wirkliches Interesse an ihnen hat. Es geht darum, zuzuhören, nicht zu bewerten, sondern zu begleiten und manchmal eben auch mit ihnen und den Angehörigen auszuhalten.“
Vergiss-mein-nicht
Auch im Netzwerk Demenz Witten-Wetter-Herdecke hat Holtz sich engagiert und mit einem kleinen Team einmal im Jahr den Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst gefeiert. Am 6. September ist er um 11 Uhr noch einmal beim Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz in der Johanniskirche Witten dabei – ein Herzensprojekt, wie er sagt. In diesem Jahr ist Mark Neuhaus dabei, Diakon in Ausbildung.
Mit Spannung und Vorfreude geht Christian Holtz jetzt auf seine neue Aufgabe in der Krankenhausseelsorge zu. Doch vorher gibt es noch die Zeit des Abschieds von denen, mit denen er bislang in den Altenheimen zusammengearbeitet hat – eine Arbeit, in die ihn der frühere Superintendent Ernst Voßwinkel geworfen habe, wie Holtz sagt. „Ich bin dankbar für alles, was ich in den letzten 25 Jahren erfahren durfte.“
Die Feierabendhäuser verabschieden Pfarrer Christian Holtz am Freitag (21.8.) um 15:45 Uhr im Gottesdienst. Anschließend wird es einen Empfang in der Tagespflege geben.
Der Evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten verabschiedet Christian Holtz erst am 13. Dezember um 11 Uhr in der Johanniskirche. Der Johannisgemeinde bleibt er überdies als Gemeindeglied verbunden, denn ein Umzug nach Bochum steht nicht auf dem Plan.
(hmj)