Kindergartenverbund verlässt das Elternhaus

Von Hans-Martin Julius
Impressionen von Abschlussgottesdienst des Evangelischen Kindergartenverbunds Hattingen-Witten

Viele Mitarbeitende kamen im Juli in die evangelische Kirche in Witten-Heven, um sich von ihrem bisherigen Arbeitgeber zu verabschieden. Der Verbund, dem fast alle Kindergärten des Kirchenkreises Hattingen-Witten angehörten, prägte über fast zwei Jahrzehnte die Arbeit mit Kindern in den Gemeinden.

„Der Verbund hat Nähe ermöglicht“, erinnerte Superintendentin Julia Holtz an den Start 2007. „Für mich persönlich war es damals eine große Erleichterung, als Gemeindepfarrerin in Johannis nicht mehr für alle arbeitsrechtlichen Fragen in der Kita verantwortlich zu sein. An den Kindergarten-Gottesdiensten hat die Entstehung des Verbunds dagegen erfreulicherweise gar nichts geändert.“

Besonders vor dem Hintergrund der Verschlechterung der politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen konnten sich die Kitas immer auf die fachkundige Leitung, Begleitung und Beratung verlassen. Durch regen Austausch und Fachberatung habe sich, so Holtz weiter, die pädagogische Qualität der Einrichtungen kontinuierlich entwickelt.

Kontinuität

„Mit der neuen Kita-gGmbH unter dem Dach der Diakonie Mark-Ruhr entsteht nun eine tragfähige und zukunftsorientierte Struktur, die die evangelische Kindergartenarbeit gut für die kommenden Jahre aufstellt. Viele der Sorgen und Fragen, die in den letzten Wochen zu hören waren, erinnern an das, was auch schon vor 19 Jahren bei der Gründung des Verbundes bewegt hat. Auch damals war manches ungewiss — und am Ende ist aus dem Aufbruch etwas Gutes geworden“, erinnerte die Superintendentin voller Zuversicht in ihrer Ansprache.

Sie bedankte sich „bei allen, die sich mit spürbarer Verbundenheit auf diesen Übergang eingelassen haben“ – insbesondere bei den Geschäftsführerinnen Angelika Arend und Daniel Bech, Fachberaterinnen und Einrichtungsleitungen, denen sie großes Engagement und viel Geduld bei der Vorbereitung des Wechsels bescheinigte.

Die Veranstaltung, bei der viele Blumensträuße überreicht wurden und auch ein paar Tränen flossen, war getragen von Dankbarkeit und dem mit Spannung erwarteten Neustart unter dem großen Dach der Diakonie Mark-Ruhr. Das evangelische Sozialunternehmen hat seinen Sitz in Hagen und beschäftigt über 4.000 Menschen.

Für die Kinder und ihre Eltern ändert sich nicht viel: Fast alle Mitarbeitenden arbeiten auf ihren bisherigen Positionen weiter, und die Anbindung an die evangelischen Kirchengemeinden vor Ort bleibt bestehen. „Dennoch ein besonderer Moment“, wie Superintendentin Holtz in der vollbesetzten Hevener Kirche festhielt. „Ihre Arbeit ist heute wichtiger denn je“, gab sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit auf den Weg. „Unser „Baby“ Kindergartenverbund ist erwachsen und geworden und verlässt sein Elternhaus.“

Fotos: Svenja Neuhaus