Pferdebachstr. 39a  58455 Witten    |    Superintendentur Tel. 02302 8909 0101    |    Kreiskirchenamt kreiskirchenamt(at)kirche-hawi.de   |    OGS florian.ehrmann(at)ev-jugend-hagen.de    |    Ev. Kindergartenverbund kindergartenverbund(at)kirche-hawi.de

Mit Büchern für den Herzensort

Von Hans-Martin Julius
Ein kleiner Teil der angebotenen Bücher und ein kleines Detail der Fassade des Hauses am Weststrand (Fotos: Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr; hmj)

Bücherflohmarkt der Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr bringt namhafte Spende für die Wind und Wetter ausgesetzte Fassade des Hauses am Weststrand

– Jedes Jahr in einer Woche zwischen Weihnachten und Ostern füllt sich das Foyer des Markuszentrums in Witten plötzlich mit Bananenkartons. „Da sind allerdings Bücher drin“, berichtet Brigitte Hübener, die 35 Jahre lang im Presbyterium in Herbede – jetzt Evangelische Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr – mitgearbeitet hat und von ihrem leider schon verstorbenen Mann gelegentlich damit aufgezogen wurde, mehr Zeit im Gemeindehaus als zuhause zu verbringen. Doch was passiert seit 2013 mit all diesen Büchern?

„Carolyn und Harald Hönig, die früher als Bibliothekare am Ruhr-Gymnasium gearbeitet haben, sichten zunächst, was Verwertbares in den Kartons steckt. Ein paar müssen aussortiert werden, aber der Rest wird nach Themen geordnet angeboten. Der Thorsten (gemeint ist Gemeindediakon Schröder) baut derweil schon mal die Tischtennisplatten auf, auf denen die Bücher dann nach Krimis, Kinderbuch, Sachbuch usw. präsentiert werden.“

Rappelvoll

Die Gemeinde nimmt für jedes Buch grundsätzlich einen Euro, wenn am Samstag die Türen für das Publikum geöffnet werden. Und die Massen strömen. Brigitte Hübener: „Unser Bücherflohmarkt hat sich über die Jahre so etabliert, dass es am Samstag immer rappelvoll ist. Manche von den Büchern werden im folgenden Jahr zurückgespendet und können wieder verkauft werden. Es sind gute, saubere und ordentliche Bücher.“

Engagiert für den Bücherflohmarkt der Kirchengemeinde, der jetzt dem Haus am Weststrand zu einer Spende verhalf
(Foto: Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr)

Der Erlös aus der Veranstaltung, die von der Frauenhilfe mit Kaffee und Kuchen versorgt wird, kommt immer einem guten Zweck zugute. In diesem Jahr haben sich die Organisatoren für eine Spende entschieden, mit der nicht nur Brigitte Hübener viele gute Erinnerungen verbindet: Das Haus am Weststrand auf Norderney. Viele Freizeiten, Fortbildungen und Seminare haben hier schon stattgefunden und eine besondere Bindung der Menschen im Kirchenkreis Hattingen-Witten und darüber hinaus geschaffen. „Alle zwei Jahre gibt es eine Familienfreizeit unserer Gemeinde mit Pfarrerin Ute Wendel, früher mit Pfarrer Sauer. Das ist sowas von schön!“, erzählt Hübener aus eigener Erfahrung. „Wenn wir auf Norderney sind, wird vieles angeboten. Man muss nichts, kann aber viel, wenn man möchte. Von den Kleinsten in Windeln bis zu 90-Jährigen fahren welche mit. Wir sind dann so um die hundert Leute.“

Ein kleiner Teil der angebotenen Bücher und ein kleines Detail der Fassade des Hauses am Weststrand (Fotos: Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr; hmj)
Ein Bruchteil der angebotenen Bücher vom Herbeder Bücherflohmarkt, und ein kleines Detail der nicht immer nur der Sonne ausgesetzten Fassade des Hauses am Feststrand (Fotos: Kirchengemeinde an Elbsche & Ruhr, Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten)

Erholung für alle

Der Kirchenkreis bemüht sich seit Jahren, die Preise in dem Haus von 1894 so niedrig wie irgend möglich zu halten. So soll möglichst vielen die Möglichkeit der Erholung an der Nordsee gegeben werden. Die Nordsee mit ihrer gesunden, salzhaltigen Luft ist jetzt allerdings zum Problem geworden: Die Kuchenbäcker-Fassade des großen Hauses, die man schon bei der Anreise mit der Fähre bewundern kann, benötigt selbst Erholung. Für die Instandsetzung der Fassade müssen sechsstellige Beträge aufgewendet werden. Baumaterialien müssen vom Festland herangeschafft und von Handwerkern, die nicht alle von der Insel kommen, verbaut werden. Das geht ins Geld.

Doch das Haus am Weststrand, das seit 1972 dem Kirchenkreis gehört, muss sich selbst tragen. Da sind Spenden von den vielen, vielen Gästen, die dort in den letzten 50 Jahren Erholung, Bildung und Inspiration gefunden haben, willkommen.

Schöpfung für alle erlebbar machen

Für Brigitte Hübener und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter war es eine Herzensangelegenheit, sich für das Haus auf der Insel stark zu machen. „Vielleicht machen es uns andere ja nach und sammeln etwas für die Renovierung.“ Das kann Weststrand-Geschäftsführer Matthias Küstermann schon bestätigen: „Seitdem wir Informationen zu den bevorstehenden Arbeiten im Haus ausgehängt haben, sind schon ein paar Spenden eingegangen. Im Haus steht ein Spenden-Terminal, über den man auch mit Karte einen Beitrag leisten kann.“

Michael Baloniak, der viele Freizeiten auf Norderney mitgestaltet hat, Matthias Küstermann und andere planen schon weitere Aktionen, um die Werbetrommel für die Finanzierung der Bauarbeiten zu rühren. „Für den Herbst planen wir zum Beispiel eine Plattenbörse. Wir verfügen über einen größeren Bestand von Schallplatten und CDs, die für Musikliebhaber, aber auch für Sammlerinnen und Sammler interessant sein könnten, und wollen das Event in einen schönen Tag der Begegnung in einer unserer Kirchen einbetten.“

Informationen zum Haus am Weststrand findet man unter haus-am-weststrand.de . Dort heißt es zum Zweck der schönen Unterkunft auf Zeit, „das JA Gottes zu seiner ganzen Schöpfung für alle erlebbar zu machen.“ Dazu haben die Menschen vom Bücherflohmarkt in Herbede schon einen Beitrag geleistet.

(hmj)