Gedenkstunde
Ein Familiendrama, das sich zu Beginn der Osterferien in Witten abgespielt hatte, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Viele Menschen reagierten mit Fassungslosigkeit und Trauer auf das Geschehen, bei dem ein 13-Jähriger ums Leben gekommen war.

Um der Trauer einen Raum zu geben, öffnet einige Tage später die Johanniskirche in der Wittener Innenstadt ihre Türen zu einer Gedenkstunde. Kein Gottesdienst, kein großes Programm. Der Kirchenmusiker Max Tutzschke spielt leise auf Orgel und Klavier. Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr, Notfallseelsorger:innen, Menschen aus der Nachbarschaft und viele, die der Vorfall in ihrer Stadt einfach betroffen gemacht hat, kommen, nehmen eine Kerze und stellen sie im Gedenken vor dem Altar auf, bevor sie im Kirchenschiff Platz nehmen.
Gemeindepfarrer Wolfram Linnemann spricht kurz davon, wie schwer begreiflich das Geschehene sei, Superintendentin Julia Holtz zitiert den Theologen Dietrich Bonhoeffer. Nach einer Stunde verlassen die meisten die Kirche wieder. „Das hat irgendwie gutgetan“, sagt einer von ihnen beim Rausgehen.
(Foto: hmj)