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Kreative Post im Briefkasten

Von Hans-Martin Julius
Die ersten Selfmailer der Kirchenpost wurden jetzt in 14 Kirchenkreisen der evangelischen Kirche in Westfalen verschickt

Kirchenkreise starten „Kirchenpost“ für junge Menschen. Die ersten Sendungen liegen schon in den Briefkästen

– Die Evangelische Kirche steht vor einer Zäsur: Statistiken zeigen, dass bis zum 31. Lebensjahr fast ein Drittel der Mitglieder die Kirche verlässt. Um diesem Trend entgegenzuwirken und junge Menschen zwischen 12 und 31 Jahren wieder aktiver in das kirchliche Leben einzubinden, starten 14 evangelische Kirchenkreise in Westfalen das innovative Projekt „Kirchenpost“. Auch der Kirchenkreis Hattingen-Witten ist von Anfang an mit dabei.

Warum Papier in einer digitalen Welt?
Das Projekt setzt auf einen überraschenden Weg: den klassischen Brief. Ziel ist es, die jungen Menschen auf eine persönliche und kreative Weise zu erreichen – und das in einer Form, die bei ihnen auch wirklich ankommt: in Papierform. In Zeiten von E-Mail-Flut und Social Media ist physische Post selten geworden. Gerade daher nehmen junge Menschen es bewusster wahr, wenn sie Post in der Hand haben, so die Erfahrungen aus Süddeutschland, wo das Modell seit 2015 erfolgreich läuft. 90 Prozent der Befragten bewerteten die Kirchenpost dort mit „gut“ oder besser.
Bei der Kirchenpost handelt es sich um sogenannte „Selfmailer“ – kreativ gestaltete, personalisierte Briefbögen, die ohne Kuvert auskommen und durch ihre Gestaltung sofort ins Auge fallen.

Die ersten Selfmailer der Kirchenpost wurden jetzt in 14 Kirchenkreisen der evangelischen Kirche in Westfalen verschickt
Die ersten Selfmailer der Kirchenpost wurden jetzt an zwei verschiedene Altersgruppen in 14 Kirchenkreisen der evangelischen Kirche in Westfalen verschickt

Brücke zur digitalen Welt
Trotz des analogen Formats bleibt der Bezug zum Alltag der Zielgruppe gewahrt. Jeder Brief enthält themenbezogene QR-Codes, die direkt auf eine spezielle Webseite führen. „Die Kirchenpost ist der Zugang zu dieser digitalen Welt, in der junge Menschen Gruppen, digitale Angebote und regionale Infos entdecken können“, erläutern die Initiatoren der Kirchenpost. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Tradition und Moderne.

Ein zukunftsweisendes Gemeinschaftsprojekt
Insgesamt 14 Kirchenkreise der Evangelischen Kirche von Westfalen beteiligen sich an dem auf drei Jahre angelegten Pilotprojekt. 
Superintendentin Julia Holtz sieht in dem Projekt eine große Chance: „Die Kirchenpost ist in jeder Hinsicht ein Mut machendes Projekt! Wir wollen zeigen: Die Kirche ist für junge Menschen da, bietet Gemeinschaft, Unterstützung und Hoffnung“.