Der Klang der Welt zu Gast in Hattingen-Witten
Neun Stimmen, die eine große Geschichte erzählen: Der Besuch des Unity Choirs aus der Presbytery of Gisenyi hat den evangelischen Kirchenkreis Hattingen-Witten in den vergangenen Tagen hörbar bereichert – und dabei weit mehr als nur Musik mitgebracht.
Eigentlich sollten es fünfzehn Sängerinnen und Sänger sein. Doch sechs von ihnen erhielten leider kein Visum für den Schengenraum. Ein Umstand, der schmerzt – aber die neun, die kommen konnten, ließen sich die Freude nicht nehmen. Im Gegenteil: Sie füllten Kirchenräume, Begegnungen und Herzen mit einer Energie, die ansteckend wirkte.
One World Choir Summit
Ihre Reise begann international: Gemeinsam mit vier Teilnehmenden aus dem Kirchenkreis Hattingen-Witten machten sie sich zunächst auf den Weg nach Stuttgart zum One World Choir Summit – einem Treffen von Gospelchören aus aller Welt. Neben ihnen waren Chöre aus Südafrika, Tansania und Indonesien vertreten. Was dort entstand, war weit mehr als ein Konzertprogramm: Es war ein musikalischer Austausch auf Augenhöhe. Lieder wurden geteilt, Rhythmen weitergegeben, Sprachen gemischt – und schließlich gemeinsam aufgeführt, unter anderem bei der feierlichen Auftaktveranstaltung des European Gospel Festivals am Freitagabend in der Porsche-Arena. Wer dabei war, konnte erleben, wie Musik Grenzen überwindet, ohne sie zu leugnen. Jede Gruppe brachte ihre eigene Klangfarbe mit – und doch entstand ein gemeinsamer, kraftvoller Chor.
Ökumene im Alltag
Nach diesen intensiven Tagen führte die Reise weiter nach Hattingen-Witten. Dort wurden die Gäste herzlich in vier Gastfamilien aufgenommen – ein Stück gelebte Ökumene im Alltag. Neben klassischen Programmpunkten wie dem Besuch des Bergbau-Museums in Bochum stand vor allem die Begegnung im Mittelpunkt.

So traf der Unity Choir auf verschiedene Chöre des Kirchenkreises: den Chor 98.1 aus Bredenscheid, das Vokalensemble „Sounding Voices“ sowie den Gemeindechor der Trinitatisgemeinde in Witten-Heven. Es wurde gemeinsam gesungen, gelacht, ausprobiert – und nicht selten stellte man fest, dass ein Lied in unterschiedlichen Teilen der Welt ganz ähnlich berühren kann. Natürlich durfte auch der Spaß nicht zu kurz kommen: Beim Adventure Minigolf am Kemnader Stausee wurde nicht nur der Ehrgeiz geweckt, sondern vor allem viel gelacht. Und wer zum ersten Mal in der Wuppertaler Schwebebahn unterwegs ist, merkt schnell: Auch das kann ein kleines Abenteuer sein.
Gelebte Gemeinschaft
Ein besonderer Programmpunkt war der Besuch der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. Hier wurde deutlich, wie solche Begegnungen überhaupt möglich werden – gewissermaßen als „Heiratsvermittlerin“ zwischen Kirchenkreisen und Partnerkirchen weltweit. Was dort organisatorisch beginnt, wird vor Ort zu gelebter Gemeinschaft.
Am Ende bleibt mehr als eine gelungene Reise: Es sind Freundschaften entstanden, Eindrücke gewachsen – und die Gewissheit, dass Kirche weit über lokale Grenzen hinaus lebt. Vielleicht waren es nur neun Stimmen, die gekommen sind. Doch ihr Klang war groß genug, um eine ganze Region zu verbinden.